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Vortrag von Prof. Dr. Sabine Bock (Schwerin), »Wo kamen die Stiftsdamen des evangelischen Damenstifts Bergen auf Rügen her?«

Datum:

01.10.2022

Uhrzeit:

19:00 Uhr

Ort:

Regionale Schule "Am Grünen Berg"

Ortschaft:

Bergen auf Rügen

Preis:

Der Eintritt ist frei.

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Die Architekturhistorikerin und Denkmalpflegerin Dr. Sabine Bock beschäftigt sich am 01. Oktober 2022 mit einigen, im Bergener Memorabilienbuch genannten Familien und ihren Gütern auf Rügen. Es gab vor 1945 mehr als zweihundert ritterschaftliche Güter auf der Insel Rügen, eine Dichte, wie sie sonst im Ostseeraum nicht noch einmal vorkommt. Nicht jede Tochter eines Rittergutsbesitzers konnte angemessen verheiratet werden, sie mussten anderweitig standesgemäß versorgt werden. Exemplarisch sollen im Vortrag von Sabine Bock einige der Güter mit ihren Herrenhäusern vorgestellt werden, aus denen die Stiftsdamen in Bergen kamen. Es handelt sich bei dieser Veranstaltung um den Abschluss der Reihe „Frauenklöster und Damenstifte“ in diesem Jahr.

Bergen auf Rügen. Die Architekturhistorikerin, Denkmalpflegerin und Gutshausexpertin Dr. Sabine Bock beschäftigt sich am 01. Oktober 2022, um 19 Uhr mit einigen, im Bergener Memorabilienbuch genannten Familien und ihren Gütern auf Rügen.

Es gab vor 1945 mehr als zweihundert ritterschaftliche Güter auf der Insel Rügen, eine Dichte, wie sie sonst im Ostseeraum nicht noch einmal vorkommt. Nicht jede Tochter eines Rittergutsbesitzers konnte angemessen verheiratet werden, sie mussten anderweitig standesgemäß versorgt werden. Nach der Reformation beschloss der pommersche Landtag 1569 in Wollin, dass das Bergener Kloster zusammen mit den Nonnenklöstern in Stolp, Marienfließ, Verchen und Kolberg als »Zuchtschulen und zum Unterhalt für adelige Jungfrauen« beibehalten werden sollte.

Die Bergener Stiftsdamen stammten zwar ausnahmslos aus rügenschen Adelsfamilien, lebten aber vor ihrem Eintritt in das Damenstift vielfach nicht auf der Insel. Der »Provinzial-Kalender für Neu-Vorpommern und das Fürstenthum Rügen auf das Jahr 1863« benennt außerordentlich viele »Fernere Expectantinnen«, also außerhalb wohnende Anwärterinnen, auf eine der Konventualinnen-Stellen in Bergen. Ihre Wohnorte waren beispielsweise Mainz, Luxemburg, Neiße, Aschersleben, Potsdam, Charlottenburg oder das ostpreußische Quanditten, aber auch näher gelegene Orten wie Putbus, Stralsund, Franzburg, Greifswald oder Stettin. Entscheidend war aber der kleine Namenszusatz »aus dem Hause«, der sie auf der Insel verortete.

Exemplarisch sollen im Vortrag von Sabine Bock einige der Güter mit ihren Herrenhäusern vorgestellt werden, aus denen die Familien der Stiftsdamen in Bergen kamen. So stammten aus der Familie von Schmiterlöw a.d.H. Neparmitz die Konventualinnen Bertha, Emilie, Franziska und Louise. Die Schmiterlöws hatten das Gut Neparmitz 1784 erworben, aber schon 1857 wieder verkauft. Ob sie das neue, als Ruine erhaltene Herrenhaus errichtet haben, ist nicht sicher. Auf jeden Fall verbrachten Emilie und Franziska ihre Zeit als Konventualinnen gerne beim Bruder und seiner Familie in Franzburg, wo sie auch beide starben.

Anlässlich der Übergabe des sogenannten Memorabilienbuchs durch die Ev. Kirchengemeinde Bergen auf Rügen als Dauerleihgabe an das Stadtmuseum und der kommentierten Neuauflage durch Professor Dr. Müller von der Universität Hildesheim, widmen sich im Jahr 2022 insgesamt sechs namenhafte Referenten und Referentinnen in der Vortragsreihe „Frauenklöster und Damenstifte“ verschiedenen Aspekten zum Leben in mittelalterlichen Frauenklöstern und neuzeitlichen Damenstiften. Es handelt sich um eine Kooperation zwischen dem Stadtmuseum Bergen auf Rügen, der Stadt Bergen auf Rügen, der Ev. Kirchengemeinde Bergen auf Rügen, der Gemeinschaft der Klosterstätten in MV e. V. und der Universität Hildesheim.

Aus organisatorischen Gründen findet der letzte Vortrag in der Reihe „Frauenklöster und Damenstifte“ in der Aula der Regionalen Schule „Am Grünen Berg“ (Störtebekerstraße 8c, Bergen auf Rügen), um 19 Uhr statt.

Der Eintritt ist frei.